Biodiversitätsstrategie

Biodiversitätsstrategie

 soll im Jahr 2016 erstellt werden

Die Stadt Bocholt hat am 20 Mai 2015 zugesagt einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten. Daher beantragen BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN, dass im Jahr 2016 eine Biodiversitätsstrategie für das Gemeindegebiet aufgestellt wird. Für die Erstellung werden im Haushalt 2016 aus Haushaltsmitteln 10.000,00 Euro bereitgestellt.

Die Nachrichten zum Artenschwund in Deutschland und vor allem auch in Nordrhein-Westfalen  sind besorgniserregend und reißen nicht ab. Dem Artenschutz-Report 2015  (vom BfN) zufolge ist jede dritte untersuchte Art in Deutschland gefährdet. Besonders dramatisch ist demnach die Situation bei den wirbellosen Tieren, zu denen Insekten gehören: Knapp 45 Prozent der untersuchten Arten und Unterarten sind bedroht, sehr selten oder ausgestorben. Schmetterlinge werden zu Raritäten und Hummeln verhungern in Ermangelung an Wildblumen.
Eine kleine Chance stellen hier Brachflächen, Wegraine, Feldwege- und Ackerrandstreifen dar. Wie ein Netz durchziehen Raine die intensiv genutzte Agrarlandschaft und obwohl sie meist schmal sind, haben sie eine große Bedeutung: Sie grenzen auf ganzer Länge an landwirtschaftliche Flächen und bilden ein wichtiges naturnahes Biotop. Hier leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Da auf den Äckern gepflügt, gedüngt und mit Pestiziden gespritzt wird, sind ungenutzte Wegraine besonders wichtig als Lebensräume.
Wie man dem Geodatenatlas des Kreises Borken entnehmen kann, werden in Bocholt möglicherweise im öffentlichen Eigentum stehenden Flächen (Raine /Randstreifen) beackert. Die Hintergründe hierfür können sehr vielfältig und historisch bedingt sein. Zum Teil werden sicherlich Randflächen auch aus Kosten- / Effizienzgründen an Landwirte zur Bewirtschaftung verpachtet. Mit der Biodiversitätsstrategie des Landes NRW werden nun die Kommunen dazu aufgefordert, den heimischen Arten wieder mehr Lebensräume zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Thema wurde im Kreis Borken auch ein runder Tisch eingerichtet.
Ziel sollte es also sein, eine weitere drastische Reduzierung vor allem der Fauna und Flora zu entgegnen und die Flächen als Hecken, Blühstreifen und Brachen o. ä. für die Tier- und Pflanzenwelt zurückzugewinnen.
  1. Im ersten Schritt soll die Stadt Bocholt alle gemeindlichen Grundstücke einer aktuellen Überprüfung unterziehen. Werden gemeindliche Grundstücke fremdgenutzt, ist zu prüfen inwieweit Verträge mit dem Fremdnutzer abgeschlossen wurden. Der Rat ist hierüber in Kenntnis zu setzen.
  2. In einem zweiten Schritt sollen die gemeindlichen Flächen die ohne vertragliche Regelung, fremdgenutzt werden durch Gespräche mit den Landwirten zurückgewonnen werden.
  3. Für die gesamten Flächen wird dann ein Biodiversitätskonzept erstellt. In diesem Konzept wird geregelt welche Fläche wieder zur Förderung der Artenvielfalt aufgewertet und langfristig gepflegt wird. Es gilt auch zu entscheiden ob Wallhecken, Brachen oder Blühstreifen entstehen sollen. Bei der Konzepterstellung können zur Beratung u.a. der NABU und das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“  hinzugezogen werden. Für eine Umsetzung der entsprechenden Pflege wären auch Patenschaften denkbar.
  4. Es muss auch ein Finanzierungs- und Umsetzungskonzept erarbeitet werden. Hierbei spielt eine mögliche Förderung mit verschiedenen Förderprogrammen (z.B. ein ELER – Antrag mit einer 80 % Förderung) eine Rolle. Auch eine Kostenbeteiligung durch die bisherigen unberechtigten Fremdnutzer wäre denkbar. Durch die Aufwertung der Flächen können Ökopunkte erzielt werden, die im Finanzierungskonzept entsprechend zu berücksichtigen sind.
Im Übrigen hat u.a. die Stadt Vreden – wie aus der örtlichen Presse zu entnehmen war – äußerst positive Erfahrungen mit einer solchen Vorgehensweise gemacht.

 

 

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